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Zur Fluglärmlage in Weisenau

Liebe Weisenauer, liebe Fluglärmbetroffene,

Leipzig hat gesprochen - was nun?
Sind wir jetzt glücklicher? Oder zufriedener? Zweimal Nein!
Das Nachtflugverbot ist jetzt festgeschrieben. daran waren die
Montagsdemos nicht unbeteiligt. Das könnte uns Hoffnung machen .
Aber das Gericht sagte auch:

  • Der Flughafenausbau war legal.
  • Das Roden des Bannwaldes war legal.
  • Der Bau der Nordbahn war legal.
  • Der Bau des Terminal 3 ist legal.
  • Über den unerträgliche Fluglärm tagsüber reden wir nicht.
  • Über den Schadstoffausstoß reden wir nicht.
  • Über die Methoden der Lärmberechnung reden wir nicht.
  • Über die unterschiedlichen Lärmgrenzen reden wir nicht.

Das macht unsere Hoffnung auf ein baldiges Ende der Lärmglocke zunichte.

Die Richter in Kassel und Leipzig konnten nicht anders. Sie urteilen nach dem Buchstaben des Gesetzes. Was das Volk als gerecht ansieht, hat für sie keine Rolle zu spielen.

Wir können also davon ausgehen, dass wir unter den bestehenden Gesetzen nichts besseres erwarten können, als dass jede weiter Flughafenerweiterung legal sein wird, egal wieviel zusätzlicher Lärm dadurch entsteht. Weil der Kranke nicht beweisen kann, dass genau sein eigener Herzinfarkt durch den Fluglärm verursacht wurde, können die Flugzeuge lärmen wie sie wollen.

Und die Politiker schauen zu.

Schauen sie nur zu? Nein, die Politiker selbst verursachen den Lärm. Fast alle Flughäfen gehören der Öffentlichen Hand, so gehört die Fraport dem Land Hessen, der Stadt Frankfurt und dem Bund. Diese drei haben die Aktienmehrheit. Somit bestimmen die Regierungen von Hessen, Frankfurt und Deutschland die Richtlinien der Geschäftspolitik der Fraport, können als Regierungen die Betriebserlaubnis der Fraport beliebig anpassen und können mit ihren Regierungskoalitionen alle Gesetze anpassen, wie sie wollen. Und das haben sie getan, nämlich die Gesetze so formuliert, dass die Gesundheit des Volkes keine Rolle spielt in der Luftverkehrs-Wirtschaft. Diese Schranke gilt es zu durchbrechen. Mit den Montagsdemos haben wir damit angefangen.

Unsere Stimmen entscheiden die nächste Wahl.


Wilhelm Pfeiffer